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Lebensraum und Lebenszyklus einer Zecke

Zecken mit ihrem komplexen Entwicklungszyklus von der Larve, über die Nymphe zur erwachsenen Zecke können überall dort vorkommen, wo sie Tiere antreffen, die ihnen als Wirt dienen.

Der typische Lebensraum für Zecken

Zecken gehören zu den Spinnentieren. Sie sind meist gut an ihren 8 Beinen zu erkennen. Sie lieben es warm und feucht und werden in der Regel erst ab einer Temperatur von ca. 5°C aktiv. Einige sind aber schon ab 1°C aktiv (siehe Zeckenarten). Die eigentliche Zeckensaison dauert daher etwa von März bis Oktober oder November. Je nach Witterung können sie aber auch ganzjährig aktiv bleiben. In der Regel kann man Zecken in Regionen bis 1.500 Meter über dem Meeresspiegel antreffen, aber wenn die Umgebung noch einen geeigneten Lebensraum bietet, dann auch höher.

Zecken fallen nicht von Bäumen

Zecken bevorzugen Ränder und Lichtungen in Laub- und Mischwäldern mit krautigem oder grasigem Unterwuchs sowie Bachränder, Gebüsche und hohe Gräser an Wegrändern. In der Regel klettern Zecken bis zu einer Höhe von maximal 1,50 m. Die weitverbreitete Vorstellung, dass Zecken sich von Bäumen zielgerichtet auf ihr Opfer fallen lassen, ist falsch.

Zecken heften sich an ihre Opfer

Zecken halten sich meist in einer Höhe auf, die der Größe des potenziellen Wirtes entspricht. Mitunter warten die Zecken dort mehrere Wochen. Aufmerksam werden Zecken auf ihren neuen Wirt v. a. durch ein besonderes Sinnesorgan (Hallersches Organ), mit dem sie Geruchsreize, Bewegung und Wärme wahrnehmen. Aber Zecken reagieren auch auf Vibrationen oder eine plötzliche Änderung der Lichtverhältnisse und wechseln sofort von der Ruhestellung in die Lauerposition. Sie hängen sich dann an alles, was ihren Aufenthaltsort streift.

Zecken können bis zu mehreren Stunden auf Mensch oder Tier herumkrabbeln, bis sie die richtige Stelle zum Einstich gefunden haben. Meistens suchen sie eine Körperstelle mit dünner Haut auf, die besonders warm ist (Kniekehlen, unter den Armen, Leistengegend, Haaransatz).

Dann erfolgt der Zeckenstich. Anschließend saugt die Zecke bis zu 10 Tage und nimmt dabei bis zum 200-fachen ihres eigenen Körpergewichts an Blut auf, wenn sie nicht entfernt wird.

Lebenszyklus

Zecken durchlaufen drei Entwicklungsstadien von der Larve über die Nymphe zur adulten (ausgewachsenen) Zecke. Für jeden Entwicklungsschritt braucht die Zecke eine Blutmahlzeit. Als adulte Zecke saugen die Weibchen noch einmal Blut, um danach Eier zu legen. Beim Zeckenstich und beim Blutsaugen können Krankheitserreger, wie z. B. das FSME-Virus, übertragen werden.

FSME ist die einzige von Zecken übertragbare Krankheit, gegen die man sich mit einer Impfung schützen kann.

Zeckenarten

Die wichtigsten Zeckenarten in Deutschland: 

Name: Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus)
Vorkommen: Häufigste Zecke in Deutschland und in großen Teilen Europas; hauptsächlich im Wald und an Waldrändern, aber auch in Gärten und Parks heimisch
Besonderheiten: Mag gerne hohe Luftfeuchtigkeit und ist ab ca. 5°C aktiv; bevorzugt die Lauerjagd, d.h. die Zecke lässt sich beim Vorbeigehen mitstreifen
Überträger von Krankheitserregern: Überträgt Bakterien, wie z. B. Borrelien und Viren, wie das FSME-Virus, auf Mensch und Tier

Name: Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus)
Vorkommen: Hauptsächlich im östlichen und südwestlichen Deutschland; mag offenen Fläche, wie lichte Wälder, Brachen und Wiesen
Besonderheiten: Bevorzugt wärmere Gebiete, kann aber auch schon ab 1°C aktiv werden; lebt in trockenen aber auch in Überschwemmungsgebieten, wie Auwälder (daher der Name); nur adulte Zecken stechen den Menschen; deutlich größer als der Gemeine Holzbock; kann auch aktiv auf Beute zu laufen
Überträger von Krankheitserregern: Überträger vom Einzeller Babesia, dem Erreger der Hundemalaria (Babesiose); auch FSME-Viren wurden in Auwaldzecken gefunden

Name: Schafzecke (Dermacentor marginatus)
Vorkommen: In Deutschland hauptsächlich in wärmeren Gebieten, wie südlich vom Main oder Oberrheinische Tiefebene; starke Verbreitung im südlichen Europa
Besonderheiten: Bevorzugt wärmere und nicht zu feuchte Gebiete, häufig in Gebieten mit Schafbeweidung, auf Wiesen- und Grasflächen, gerne auch in Waldnähe; sticht eher selten den Menschen
Überträger von Krankheitserregern: Kann z. B. Bakterien Coxiella burnetii, dem Erreger des Q-Fiebers übertragen


DE/ENC/0041/17d(1), Jan18


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