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Das FSME-Virus

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME, engl. tick-borne encephalitis, TBE oder auch Zeckenenzephalitis) ist eine Virus-Infektion, die zu gefährlichen Komplikationen führen kann.



Das FSME-Virus löst Erkrankungen aus, die mit grippeähnlichen Symptomen, Fieber und bei einem Teil der Patienten mit einer Meningoenzephalitis - der Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten - einhergehen. Da es sich um einen Virus handelt, lässt es sich nicht mit Antibiotika heilen. Es ist nur möglich, einzelne Symptome zu lindern. Der einzige wirksame Schutz ist die Vorsorge durch die Schutzimpfung.

Infektionswege der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

FSME-Viren werden mit dem Speichel beim Zeckenstich übertragen. Das Virus befindet sich in den Speicheldrüsen der Zecke, daher erfolgt eine Infektion mit FSME viel früher als bei der Lyme-Borreliose. Schon direkt zu Beginn des Blutsaugens wird das Virus mit dem Speichel der Zecke übertragen. Deshalb kann man sich vor FSME nicht durch schnelles Entfernen der Zecke schützen. Die Viren gelangen durch das Gewebe in die Blutbahn und können von dort bis ins Rückenmark und Gehirn gelangen. Im zentralen Nervensystem kommt es zu einer weiteren Virusvermehrung, die sogar zum Absterben der Nervenzellen führen kann.

Krankheitsbild: Die Phasen einer FSME-Infektion

Die Zeit zwischen Infektion (Zeckenstich) und Auftreten erster klinischer Symptome (Inkubationszeit) liegt gewöhnlich bei 7-14 Tagen. Die erste Phase der Erkrankung (Prodromalphase) kann bis zu einer Woche dauern und beginnt mit unspezifischen Symptomen wie Kopfschmerzen, Fieber, Schnupfen. Diese Symptome ähneln sehr einer Sommergrippe.

Etwa bei jedem dritten Patienten kommt es nach einer anschließenden, beschwerdefreien Phase (Dauer etwa eine Woche) zu einem zweiten Krankheitsschub. Diese zweite Phase der Erkrankung (Manifestationsphase) ist gekennzeichnet durch neurologische Symptome und beginnt meist abrupt mit heftigen Kopfschmerzen und einem deutlichen Fieberschub.

FSME-Infektionen der Hirnhaut, des Gehirns und des Rückenmarks

Von den Patienten, bei denen die FSME-Infektionen auf Hirnhaut, Gehirn und Rückenmark übergeht, erleidet ca. jeder Zehnte dauerhafte Schäden wie Lähmungen, Koordinationsstörungen und ernsthafte psychische Veränderungen. Etwa 1 % der Erkrankten verstirbt. Je älter der Patient, desto schwerer verläuft in der Regel die Krankheit.

Behandlung

Es bestehen keine Möglichkeiten der ursächlichen (kausalen) Therapie, denn spezifische antivirale Medikamente existieren nicht. Ist die Krankheit einmal ausgebrochen, ist nur eine symptomatische, auf die Linderung einzelner Symptome konzentrierte Therapie möglich. Der sicherste Schutz gegen FSME ist daher die Impfung.

Immunität

Nach dem derzeitigen Wissensstand geht man von einem langjährigen Immunschutz aus, wenn eine Person eine FSME-Erkrankung (bestätigt als Antikörper- und / oder Virusnachweis) durchgemacht hat. Es liegen nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) allerdings nur wenige Erfahrungen vor, wie lange der Immunschutz nach Erkrankung ohne erneuten Kontakt mit dem Erreger (Re-Exposition) anhält. Daher sollte der Impfschutz, nach Angaben des RKI,bei anhaltendem Infektionsrisiko je nach verwendetem Impfstoff, meist alle 3 oder 5 Jahre, aufgefrischt werden.


DE/VAC/0472/15a, Dez15


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