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Das FSME-Virus und die Erkrankung

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME oder teilweise auch bekannt als Zeckenenzephalitis) ist eine Virus-Infektion, die zu gefährlichen Komplikationen führen kann.

Das FSME-Virus kann eine Erkrankung auslösen, die mit grippeähnlichen Symptomen, Fieber und bei einem Teil der Patienten mit einer Meningoenzephalitis – der Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten - einhergehen kann. Da es sich um einen Virus handelt, lässt es sich nicht mit Antibiotika behandeln. Es ist nur möglich, einzelne Symptome zu lindern. Der bisher wirksamste Schutz ist die rechtzeitige Vorsorge durch die Schutzimpfung.

Welche Unterschiede gibt es zwischen der Borreliose und der FSME?

Infektionswege der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Das Virus wird hauptsächlich von Zecken übertragen. In seltenen Fällen kann es auch durch den Genuss von verseuchter Rohmilch (nicht-pasteurisiert) oder Rohmilchprodukte, wie Käse, zur Infektion kommen. Vor allem die Rohmilch von Ziegen oder Schafen, die durch eine Zecke infiziert wurden, kann Viren enthalten.

Das Virus befindet sich in den Speicheldrüsen der Zecke und wird durch den Zeckenstich schon direkt beim Stechvorgang und zu Beginn des Blutsaugens mit dem Speichel der Zecke übertragen. Deshalb kann man sich vor FSME nicht durch schnelles Entfernen einer schon blutsaugenden Zecke schützen.

Die Viren gelangen durch das Gewebe in die Blutbahn und können von dort bis ins Rückenmark und Gehirn gelangen. Im fortgeschrittenen Stadium kann zu einer Virusvermehrung und Infektion des zentralen Nervensystem kommen, die sogar zum Absterben der Nervenzellen führen kann.

Krankheitsbild: Die Phasen einer FSME-Infektion

Die Zeit zwischen der Infektion (Zeckenstich) und dem Auftreten erster klinischer Symptome (Inkubationszeit) liegt gewöhnlich bei 7-14 Tagen.

Phase 1: Die erste Phase der Erkrankung (Prodromalphase) kann bis zu einer Woche dauern und beginnt mit unspezifischen Symptomen wie Kopfschmerzen, Fieber, Schnupfen. Diese Symptome ähneln sehr einer Sommergrippe.

Phase 2: Bei etwa 10-30% Patienten kommt es nach einer anschließenden, beschwerdefreien Phase (Dauer etwa eine Woche) zu einem zweiten Krankheitsschub. Diese zweite Phase der Erkrankung (Manifestationsphase) ist gekennzeichnet durch neurologische Symptome und beginnt meist abrupt mit heftigen Kopfschmerzen und einem deutlichen Fieberschub.

Von den Patienten, bei denen die FSME-Infektionen auf Hirnhaut, Gehirn und Rückenmark übergeht, erleidet ca. jeder Zehnte dauerhafte Schäden wie Lähmungen, Koordinationsstörungen und ernsthafte psychische Veränderungen. Etwa 1 % der Erkrankten verstirbt. Je älter der Patient, desto schwerer verläuft in der Regel die Krankheit.

Behandlung

Es bestehen keine Möglichkeiten der ursächlichen (kausalen) Therapie, denn spezifische antivirale Medikamente existieren nicht. Ist die Krankheit einmal ausgebrochen, ist nur eine symptomatische, auf die Linderung einzelner Symptome konzentrierte Therapie möglich. Dafür kann der stationäre Aufenthalt und die Behandlung in einem Krankenhaus notwendig sein.

Der wirksamste Schutz gegen FSME ist daher die Impfung.

Immunität nach einer FSME-Erkrankung

Nach dem derzeitigen Wissensstand geht man von einem langjährigen Immunschutz aus, wenn eine Person eine FSME-Erkrankung (bestätigt als Antikörper- und / oder Virusnachweis) durchgemacht hat.

Es liegen nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) allerdings nur wenige Erfahrungen vor, wie lange der Immunschutz nach Erkrankung ohne erneuten Kontakt mit dem Erreger (Re-Exposition) anhält. Daher sollte für einen langfristigen Schutz nach Angaben des RKI bei anhaltendem Infektionsrisiko eine Auffrischimpfung meist nach 3-5 Jahren erfolgen.

 


DE/ENC/0041/17e(1) , Sep17


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