Menu

Hepatitis B: Symptome, Krankheitsverlauf und Impfung

Hepatitis B ist eine der weltweit häufigsten Infektionskrankheiten. Die Hepatitis B-Viren (HBV) schädigen die Leber, führt unter Umständen zu einer chronischen Erkrankung oder gar zum Tod. Die Zahl der chronischen Träger des Hepatitis B-Virus wird in Deutschland auf 500.000 geschätzt.

HBV-Impfung und Auffrischung: Die Impfung ist heute Standard, aber auch als Reiseimpfung möglich

Seit 1996 ist die Impfung aller Kinder gegen Hepatitis B in Deutschland empfohlen. Bei Kindern und Jugendlichen, die noch nicht grundimmunisiert sind, sollten die entsprechenden Impfungen möglichst vor der Pubertät, spätestens aber bis zum 18. Lebensjahr, nachgeholt werden.

Eine Hepatitis B-Reiseimpfung empfiehlt sich, wenn mit einem engen Kontakt zur Bevölkerung in Ländern mit hoher Hepatits B-Durchseuchung zu rechnen ist (z.B. bei längeren Auslandsaufenthalten, Arbeiten in medizinischen Einrichtungen oder in Entwicklungshilfeprojekten), oder vor geplanten medizinischen Eingriffen im Ausland.


Verbreitung: Hepatitis B ist weltweit eine Gefahr

Die Hepatitis B ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten überhaupt. Da der Mensch Reservoir und Überträger für den Virus ist, kann es weltweit zu einer Infektion kommen. Aufgrund des höheren Anteils von chronischen Trägern des Hepatitis B-Virus in der Bevölkerung tropischer und subtropischer Länder Afrikas, Asiens, Mittel- und Südamerikas sowie Süd- und Osteuropas aber auch Alaskas und im Norden Kanadas ist hier das Risiko einer Infektion höher.


HBV-Ansteckung & Übertragung vor allem durch Sexualkontakte und Nadelstiche

Das Virus wird durch Blut und andere Körperflüssigkeiten von Infizierten auf gesunde Menschen übertragen. Der Austausch findet vorwiegend über die Schleimhäute (Sexualkontakte) oder Hautverletzungen (Nadelstich) statt. Schwangere Frauen können ihr Kind auch schon während der Geburt infizieren.

Da die Hälfte aller Hepatitis B-Infektionen für die Betroffenen fast unmerklich verläuft, können diese ihre Umgebung unbemerkt anstecken. Bei ca. 10 % der erwachsenen Infizierten wird die Erkrankung chronisch, das heißt, sie heilt nicht mehr aus. Dadurch entsteht eine nicht unerhebliche Ansteckungsgefahr, da die Mehrzahl der chronisch infizierten HBV-Träger keine symptomatische akute Hepatitis durchgemacht hat und somit, ohne es zu wissen, sehr infektiös sein kann.

Die Zahl der chronischen Hepatitis B-Träger wird weltweit auf etwa 300 bis 420 Millionen geschätzt. In tropischen und subtropischen Ländern Afrikas, Asiens, Mittel- und Südamerikas sowie in Süd- und Osteuropa können bis zu 30 % der Bevölkerung chronische Träger des Hepatitis B-Virus sein. In Deutschland werden pro Jahr rund 3.000 Hepatitis B-Neuinfektionen gemeldet.


Symptome und Krankheitsverlauf: Bei 10 % der Erkrankten wird Hepatitis B chronisch

Die Inkubationszeit liegt zwischen ein und sechs Monaten. Eine Hepatitis B-Infektion kann sehr unterschiedlich verlaufen, das Spektrum reicht von unbemerkten bis zu sehr schweren Infektionen. Die ersten Symptome wie Müdigkeit, Leistungsschwäche, Leberschwellung, Gelenk- und Gliederschmerzen sowie Fieber, Übelkeit und Verdauungsstörungen sind eher unspezifisch. Etwa 3 bis 10 Tage später zerstören die Hepatitis B-Viren ggf. Leberzellen, so dass deren Stoffwechselfunktionen ausfallen. Dadurch kann unter anderem der Abbau des Blutfarbstoffs gestört sein, und die Augen sowie die Haut des Kranken färbt sich gelb (daher auch der Name "Gelbsucht"). Gleichzeitig wird der Stuhlgang hell und der Urin mitunter braun. Die Leber schmerzt, wenn man leicht darauf drückt und ist deutlich vergrößert.

Das akute Krankheitsbild geht in der Regel nach sechs bis acht Wochen zurück, doch bei 10% der Erkrankten kann die Hepatitis B in einen chronischen Verlauf übergehen. Zu bleibenden Leberschäden bis hin zu Leberzirrhose und sogar zu Leberkrebs kommt es bei einem Viertel dieser Patienten, die Leber behält einen bleibenden Schaden zurück. Rund 1.000 Menschen sterben jedes Jahr allein in Deutschland an den Folgen einer Hepatitis B-Infektion.

Für Säuglinge und Kleinkinder stellt Hepatitis B ein besonders hohes Risiko dar, da das Immunsystem in diesem Alter noch im Aufbau ist. Bei Neugeborenen werden 90 % aller Hepatitis B-Infektionen chronisch und führen in einem Viertel der Fälle langfristig zum Tode. Wird bei Schwangeren Hepatitis B festgestellt, kann das Neugeborene durch rechtzeitige Impfung wirksam geschützt werden.


Verhaltenstipps gegen Hepatitis B-Infektion

Für Reisende in Gebiete mit hoher Hepatitis B-Gefährdung gilt: Vermeiden Sie jegliche Verletzungen der Haut, wenn die hygienischen Bedingungen nicht einwandfrei sind. Dazu gehören Tätowierungen, Ohrloch stechen, Piercings, Akupunktur, Injektionen. Vorsicht ist auch geboten bei Operationen oder Zahnbehandlungen. Vermeiden Sie Sexualkontakte ohne Kondom.


DE/VAC/0649/17, Dez17