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Röteln: Symptome, Krankheitsverlauf und Impfung

Röteln sind eine Viruserkrankung, die häufig bei Kleinkindern und Jugendlichen auftritt und in der Regel einen leichten Verlauf nimmt. Röteln werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Etwa 50 % der infizierten Kinder zeigen zwar keine sichtbaren Krankheitssymptome, können aber trotzdem die Krankheitserreger auf andere Menschen übertragen.

Die Röteln-Impfung Röteln schützt auch ungeborenes Leben

Für alle Kinder werden zum Schutz vor Masern, Mumps, Röteln und Windpocken Impfungen an zwei Terminen empfohlen: Der erste Impftermin um den ersten Geburtstag herum (ab vollendetem 11. bis vollendetem 14. Lebensmonat), der zweite Impftermin im Alter von 15–23 Monaten, d. h. vor dem zweiten Geburtstag. Zwischen dem ersten und dem zweiten Impftermin sollen mindestens 6 Wochen liegen. Um den frühestmöglichen Impfschutz zu erreichen, z. B. vor der Aufnahme in eine Gemeinschaftseinrichtung, kann die erste Impfung unter bestimmten Umständen bereits zwischen dem 9. und 11. Lebensmonat durchgeführt werden. Die Zweitimpfung muss dann bereits zu Beginn des 2. Lebensjahres erfolgen.

Alle Jugendlichen, die noch nicht zwei Mal gegen Masern, Mumps, Röteln geimpft wurden, sollten dies bis zum 18. Geburtstag nachholen. Seit 2010 empfiehlt die STIKO übrigens auch die Masern-Impfung allen Erwachsenen, die nach 1970 geboren wurden und einen unklaren Impfstatus haben oder in der Kindheit keine oder nur eine Impfung erhalten haben. Eltern schützen mit der Impfung nicht nur sich selbst, sondern auch indirekt ihre Kinder, bevor diese selbst geimpft werden können. Bringen Sie beim nächsten Arztbesuch einfach Ihren eigenen Impfpass mit und lassen Sie Ihren Impfstatus überprüfen.

Eine zusätzliche Einzelimpfung gegen Röteln für Mädchen ist nicht erforderlich, wenn zwei Impfungen mit einem Masern-Mumps-Röteln-(Varizellen-) Impfstoff im Impfpass vom Arzt dokumentiert sind. Eine Auffrischimpfung ist nicht notwendig.


Verbreitung und Übertragung: Röteln wegen geringer Impfrate auf dem Vormarsch

Röteln kommen weltweit in dicht besiedelten Gebieten vor. In Industriestaaten wie Deutschland, die keine ausreichende Durchimpfungsrate aufweisen, verschiebt sich die Infektion zunehmend vom Kindesalter ins Jugendlichen- und Erwachsenenalter. So sind noch immer 5–10 % der gebärfähigen Frauen weder geimpft, noch durch eine überstandene Erkrankung immun. Die Folge: Es gibt auch heute noch Fälle schwerer Schädigungen des ungeborenen Kindes durch das RötelnVirus.

Das Röteln-Virus wird direkt durch Tröpfcheninfektion übertragen, aber auch indirekt über infizierte Gegenstände.


Symptome und Krankheitsverlauf: Hohes Komplikationsrisiko in der Schwangerschaft

2 bis 3 Wochen später (meist nach 14 bis 21 Tagen) treten Krankheitszeichen auf, die einer Erkältung ähneln. Leichtes Fieber, Schnupfen und Kopfschmerzen – in manchen Fällen auch schmerzhafte Gelenkentzündungen – kennzeichnen dieses Vorstadium. Bei Kindern fehlt es häufig. Der Hautausschlag mit blassen rosaroten Flecken beginnt im Gesicht und breitet sich innerhalb von 24 Stunden über Rumpf und Gliedmaßen aus. Gleichzeitig schwellen die Lymphknoten an, vor allem im Nacken und hinter den Ohren. Alle Symptome verschwinden etwa nach 3 Tagen wieder. 7 Tage bevor der Hautausschlag auftritt bis etwa 7 Tage danach können an Röteln Erkrankte andere Menschen anstecken. Mehr als die Hälfte aller RötelnInfektionen verläuft „stumm“, d. h. ohne Krankheitszeichen. Aber auch dann sind Röteln ansteckend. Eine überstandene RötelnErkrankung hinterlässt vermutlich lebenslange Immunität.
Die Röteln-Infektion einer werdenden Mutter in den ersten 4 Monaten der Schwangerschaft kann zur Fehlgeburt, Frühgeburtlichkeit und zu angeborenen Röteln beim Neugeborenen führen. Am größten ist das Risiko für das Kind, wenn die Mutter zwischen der 1. und 11. Schwangerschaftswoche erkrankt. Dann treten in bis zu 65 % bis 85 % Fehlbildungen auf.

Zeichen einer angeborenen Röteln-Infektion sind Minderwuchs, Gelbsucht, Herzmuskelentzündung sowie Gehirn- und Hirnhautentzündung. Zusätzlich können Augenfehlbildungen, Schwerhörigkeit, Herzfehler oder Gehirnfehlbildungen mit geistiger Behinderung auftreten. Das häufigste Symptom einer angeborenen Röteln-Erkrankung ist die Schwerhörigkeit. Auch zunächst gesund wirkende Kinder mit angeborenen Röteln können später schwere Komplikationen wie beispielsweise Lungenentzündungen, Diabetes oder Immundefekte entwickeln. In sehr seltenen Fällen können Blutgerinnungsstörungen oder eine Hirnentzündung auftreten, sehr selten eine schwere progressive (fortschreitende) Röteln-Panenzephalitis (Entzündung des gesamten Gehirns).


DE/VAC/0659/17, Dez17