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Rotavirus: Symptome, Krankheitsverlauf und Impfung

Je jünger ein Kind, umso schwerwiegender ist eine Durchfallerkrankung. Jedes Kind hat bis zu seinem 5. Lebensjahr mindestens eine Rotavirus-bedingte Durchfallerkrankung durchgemacht – unabhängig von den hygienischen Verhältnissen und seiner sozialen Herkunft.

Die Impfung: Effektivste Maßnahme zur Vermeidung einer Rotavirusinfektion

Die Ursache für eine Rotaviren-Infektion ist eine noch fehlende Immunität gegen die Viren. Es gibt mehrere Vertreter der Rotaviren (unterteilt in Serotypen und Gruppen), die sich in ihrer Oberflächenstruktur (Antigenstruktur) voneinander unterscheiden.

Um einen möglichst frühen Impfschutz vor Rotavirus-Erkrankungen zu gewährleisten, sollten Kinder bereits ab der 6. Lebenswoche mit einer Schluckimpfung geimpft werden. Bis eine Schutzwirkung aufgebaut ist, sind je nach Impfstoff 2 oder 3 Impfdosen im Abstand von vier Wochen erforderlich, d.h. je nach Impfstoff sollte die Impfserie bis spätestens zur vollendeten 24. bzw. 32. Lebenswoche abgeschlossen sein.

In umfangreichen klinischen Studien mit mehreren zehntausend Kindern haben sich Rotavirus-Impfstoffe als wirksam und gut verträglich erwiesen. Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen waren Durchfall und Reizbarkeit. Bei einem gleichzeitigen Auftreten von starken Bauchschmerzen, anhaltendem Erbrechen, blutigen Stühlen und einem geblähten Bauch mit oder ohne hohem Fieber innerhalb einer Woche nach der Impfung sollten Eltern / Erziehungsberechtigte dies umgehend einem Arzt mitteilen.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Impfung gegen Rotaviren sowie Informationen zu U-Untersuchungen


Verbreitung von Rotaviren: Gerade die ganz Kleinen sind gefährdet

Rotaviren sind hoch ansteckend und sehr umweltstabil – sie bleiben im Stuhl einige Tage lang infektiös und können auf Flächen wie Wickeltisch oder Spielzeug überleben. Die Ansteckung erfolgt in aller Regel von Mensch zu Mensch auf dem fäkal-oralen Weg durch Schmierinfektion (z.B. durch kontaminierte Hände nach dem Wickeln eines infizierten oder erkrankten Kindes)

Ein Ansteckungsrisiko für die Kinder besteht in ihrer natürlichen Umgebung, z. B. über Geschwister bzw. in der Kinderkrippe oder im Kindergarten. Aber auch bei einem Klinikaufenthalt des Kindes ist – unabhängig von der Erkrankung, die zum Klinikaufenthalt geführt hat – eine Ansteckung mit Rotaviren möglich. Als Folge davon kann sich der Krankenhausaufenthalt verlängern.


Symptome und Krankheitsverlauf bei Rotaviren-Infektion: Flüssigkeitsverlust als Komplikation

Die Inkubationszeit beträgt 1-3 Tage. Die ersten typischen Anzeichen einer Rotavirus-Erkrankung sind Erbrechen und Durchfall, gefolgt von Fieber. Etwa 50 % der Betroffenen leiden auch unter Atemwegsbeschwerden wie Husten und Schnupfen.

Erbrechen und Durchfall führen bei erkrankten Kindern zu einem Flüssigkeitsverlust bis zur Austrocknung (Exsikkose). Es werden pro Jahr in Deutschland etwa 20.000 Kinder wegen einer Rotavirus-Erkrankung in ein Krankenhaus eingewiesen. Die meisten müssen stationär behandelt werden, um den Flüssigkeitsverlust durch Infusionen auszugleichen.


DE/VAC/0660/17, Dez17